Die Passauer Dult gibt es seit 1871, nachdem im Juni 1870 St. Nikola der
Stadt Passau einverleibt wurde. Um 1830 standen auf der Ostseite des Dultplatzes
sechs Bierbuden, Leinwandzelte mit Stühlen und Tischen darin und davor.
Sie gehörten einzelnen Wirten, die das Bier der einheimischen Brauereien
Hartl, Koller, Kühbacher und Schmerold ausschenkten. Eine Besonderheit
war das Bockbier des Münchner Hofbräuhauses, das bei den Dultbesuchern
wegen seines stärkeren Stammwürzegehaltes besonders beliebt war.
Zu Essen gab es gebratene Schweinswürstl, gesottene Bratwürste,
Brezn, Semmeln und Laibln. Besonders das Weißbrot war beim Landvolk
beliebt. Hinter den Wirtsbuden hatten die Bilderhändler Stricke zwischen
den Bäumen gespannt und daran die Portraits von König Ludwig I.
und der Königin Therese aufgehängt.
Auch der Griechenkönig Otto und der Papst waren beliebte Motive. Schlachtenbilder
und Heiligenbilder rundeten das Sortiment ab. Vor der Kasernenfront hatten
die Kunstreiter ihre Zelte, kleinere Menagerien und das große Panoptikum
zeigten Menschen anderer Kontinente, wilde Tiere und die obligatorische
Dame ohne Unterleib "mit ihren vier Kindern". An der Westseite
standen die Metbuden, hier trafen sich die Frauen und Mädchen, tranken
sittsam Met aus Zinnbechern und aßen "Busserl" und Lebkuchen
dazu. Auf der Vorderseite war der Geschirrmarkt, der den Besuchern alles
bot, was sie zum täglichen Gebrauch benötigten.
Eine Unterbrechung der Maidult verursachte der Erste Weltkrieg und erst
1921 war in Passau wieder verhaltener Dultlärm zu hören. Der Zweite
Weltkrieg "verhalf" der Dult wieder zu einer Zwangspause, und
als 1946 endlich wieder eine Maidult abgehalten werden konnte, verboten
die Amerikaner sowohl das Bier als auch die traditionellen Schießbuden.
Ab 1947 gab es dann endlich wieder Bier, wenn auch in "verdünntem"
Maße.
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